Feuerinseln Part 1

Eine Pionierreise zu den Geschichten der „Feuerinseln“

Wenn eine Mail von Vulkanfotografin Ulla Lohmann im Postfach landet und darin steht: „Schnell sein – eine neue, exklusive Reise wartet!“, dann gibt es eigentlich nur eine Antwort. Einmal tief durchatmen, Flüge checken – und zusagen.

So begann für mich und sieben weitere Abenteuerlustige Ende Juni unsere Pionierreise zu den Feuerinseln vor Sizilien. Eine Reise, die uns nicht nur zu Vulkanen, Fumarolen und schwarzen Stränden führte, sondern auch zu besonderen Begegnungen, kleinen Wundern und Momenten, die man nur erlebt, wenn man sich auf Hitze, Wind und die Kraft der Natur einlässt.

Im ersten Blog zeige ich euch einige Einblicke in die ersten Tage der Tour – viel Spaß! 

Samstag, 27. Juni:
Ankommen auf den „Feuerinseln“

Mein Flug ging zum Glück nicht allzu früh. Ich war voller Vorfreude, mein Schatz brachte mich zum Flughafen München. Dort checkte ich schnell ein, der ruhige Flug Richtung Catania geht über die Dolomiten und Venedig. Ich freute mich schon sehr auf das Wiedersehen mit Sizilien, immerhin war dies schon meine fünfte Reise auf diese wunderbare Insel.

Trotz leichter Verspätung schaffe ich es rechtzeitig zum Treffpunkt um 12 Uhr am Busbahnhof am Flughafen. Der Großteil der Reisegruppe war schon gestern angekommen, jetzt sammelten wir uns alle am Bus, wo wir uns gegenseitig bekannt machten und uns Ulla begrüßte. Der Reisebus startete pünktlich in Richtung der Hafenstadt Milazzo. Da noch etwas Zeit war, schauten wir uns trotz Hitze etwas in den Gassen der Altstadt um. Aber die Suche nach Schattenplätzen war dann doch wichtiger.

Dann endlich: Aufbruch zu den Äolische Inseln!

Unsere ersten vier Nächte sollten wir auf Vulcano verbringen – und schon beim Anlegen staunten wir über die mächtige Flanke des Vulkans, die sich wie ein schlafender Riese über den Hafen erhebt. Nach dem Einchecken in die Unterkünfte ließen wir den Abend bei einem leckeren Essen ausklingen, die Vorfreude auf die kommenden Tage war spürbar.

Sonntag, 28. Juni:
Der Namensgeber aller Vulkane

Der Wecker klingelte nicht zu früh, und ich erwischte noch einen Hauch Sonnenaufgang. Das Frühstück ließen wir ausfallen – ein süßes Teilchen vom Bäcker musste reichen, denn wir hatten ein Ziel: Der Aufstieg zum Krater von Vulcano.

Ulla erklärte uns am Einstiegspunkt die Besonderheiten des Vulkans, bevor wir uns in Serpentinen nach oben arbeiteten. Der Weg war gut zu gehen, später aber zum Teil auch anspruchsvoller – jeder Schritt musste sitzen.

Dann der erste magische Moment: Die Fumarolen im Gegenlicht. Wie kleine weiße Schleier stiegen die Gase auf, tanzten im Wind und ließen die Landschaft wirken, als würde sie atmen.

Es ging noch ein Stück weiter bergauf, dann kamen wir auf einer kleine Plattform an. Wir wagten uns noch ein Stück weiter nach vorne – das Privileg, wenn man eine Vulkanforscherin als Guide hat, die die Situation gut einschätzen kann. Dadurch kamen wir an besondere Perspektiven auf unseren Fotos.

Der letzte Anstieg war schweißtreibend, aber oben auf 391 Metern öffnete sich die Aussicht wie ein Geschenk: Inseln, Meer, Licht. Ein Ort, an dem man den Atem anhält (auch, weil man ziemlich aus der Puste gerät bei den Temperaturen).

Nach dem Abstieg und einer kurzen Pause im Schatten am Einstiegspunkt zu unserer Wanderung zeigte uns Ulla im Garten unseres Hotels ihre Bildbearbeitung – ein inspirierender Einblick in ihre Arbeit. Gegen halb 6 gönnte ich mir einen Moment am Strand, die Füße im Wasser, die Gedanken noch oben am Krater.
Bald trafen alle anderen auch am Strand ein, wir gingen ein Stück weiter zu einer Pizzeria in der Nähe vom Strand, wo wir noch einen schönen gemeinsamen Abend verbrachten, bevor wir uns auf den Rückweg zu unseren Unterkünften machten.

Montag, 29. Juni:
Vulcanello-Wanderung und Lipari mit dem Zodiac

Schon am Morgen war es warm, als wir zum „Baja Negra“, einem schwarzen Strand aufbrachen. Der dunkle Sand und der Blick über das Meer waren sehr besonders. Die weitere Wanderung führte zuerst eine gerade, schmale Straße leicht bergauf. Wir blieben immer wieder im Schatten stehen, Ulla erzählte uns spannende Geschichten zur hiesigen Pflanzenwelt.
Bald zweigte ein schmaler, steiler und sandiger Weg nach oben ab zum kleinen Vulkankegel „Vulcanello“. Ulla suchte für uns einen einfachen Zugang zu einer Aussicht, die uns den Atem raubte. Dort flogen sie und Teilnehmer Stefan mit ihren Drohnen, wir saßen im Schatten und lauschten Ullas Erklärungen zur Entstehung der Vulkaninseln. 

Der Abstieg war rutschig – und ja, auch ich landete auf dem Hintern. Die Fuji war danach staubig, aber das gehört zum Abenteuer einfach dazu.

Nach einer kurzen Mittagspause (für mich mit kühlem Wasser und den Sizilien-Klassikern Granita und Brioche) ging es auch für mich endlich Abkühlung zum Schnorcheln ins Meer. Darauf hatte ich mich schon sehr gefreut, denn ich war schon lange nicht mehr zum Schnorcheln im Wasser. Ich wagte es zum ersten Mal, mein Handy in eine „Unterwassertasche“ zu packen. Die Ergebnisse? Das seht ihr an den Fotos „Blubberblasen im Meer“ und den „Schwefelfelsen“. Mehr Material, das ich euch zeigen könnte, ist nicht dabei.

Am Nachmittag starteten wir zur ersten Zodiak-Tour auf die Nachbarinsel Lipari. Wir lernten nun auch unseren jungen und sehr guten Kapitän Enrico kennen.
Wir umrundeten die Insel, landeten an der alten Bimssteinabbauhalde – ein Lost-Place, der uns sehr gut gefallen hat. Es machte Spaß, sich mit Bimsstein einzureiben, der gut für die Haut sein soll – und nein, davon zeige ich euch keine Fotos!

An diesem Platz nutzte ich zum ersten Mal meine große Drybag – der Transport von zwei Fujis (die von Udo und mir) vom Boot zum Strand gelang ohne Probleme. Und Udo freute sich, dass er die Ruine auch fotografisch erkunden konnte.
Dann hieß es Abschied nehmen von der schönen Bucht und weiter bis zum Dorf Lipari, wo sich ein Teil von uns noch umschaute. Ich gönnte mir einen nicht ganz günstigen Aperol Spritz. Der war aber jeden Cent wert, denn ich unterhielt mich sehr gut mit Ulla und Enrico. Mit Ulla machte ich ein paar kreative Versuche, den Drink mit dem Handy ins richtige Licht zu setzen.

Kurz nach 19 Uhr fuhren wir in einem wunderbaren Abendlicht zurück nach Vulcano und ließen den Abend ruhig ausklingen.

Dienstag, 30. Juni:
Filicudi, ein Familienessen und ein Sonnenuntergang für die Seele 

Der Plan für heute – die zwei kleinsten Inseln besuchen – natürlich mit dem Zodiac!

Die Hitze war drückend, als wir nach Filicudi fuhren. Wir besuchten die hiesigen Auffangstation für Meeresschildkröten und kühlten uns später am Strandbad im Meer ab, wo es auch kühle Getränke und Schatten gab.
Dann folgte einer der schönsten Momente der Reise: Ein Mittagsessen bei einer befreundeten Familie unseres Kapitäns. Wir saßen gemeinsam mit „la Familia“ am Tisch, ein leichter Wind wehte, die Aussicht war traumhaft – und ich bedauerte wieder, dass ich kein Italienisch kann. Trotzdem fühlte sich alles warm, herzlich und vertraut an. 

Nach einem kurzen Bade-Stopp an der Küste der kleinsten Insel Alicudi ging es zurück nach Vulcano. Am Abend war ich spontan noch einmal mit Conny unterwegs – und wir wurden belohnt: Ein Sonnenuntergang, der die Insel in Gold tauchte. Ein Moment, der bleibt – an unserem letzten Abend auf dieser wunderbaren Insel.

Mittwoch, 1. Juli:
Vulcano-Abschied, Salina und Weiterreise nach Stromboli

Heute hieß es Abschied nehmen von Vulcano. Unser Gepäck wurde zum Hafen gebracht. Nach kurzer Wartezeit legte Enrico an und verstaute unser komplettes Gepäck auf dem Zodiac – ein kleines logistisches Abenteuer.

Auf dem Weg Richtung Stromboli machten wir einen Zwischenstopp auf Salina. Dort fotografierten wir in Mittagshitze in den Gassen von Santa Marina Salina. Ulla gab uns die Aufgabe, „Street-Fotografie“ zu üben – gar nicht so einfach in engen Gassen und mit Menschen, die sich gerne im Schatten verstecken.

Am Nachmittag erreichten wir Stromboli. Dort trafen wir in dem schönen Restaurant direkt beim Hafen Paolo, den Chef vom Bootsverleih „Chez Peulo“. Über diesen hatte Ulla unser cooles Reisemittel inklusive dem grandiosen und sehr netten Kapitän Enrico gebucht.
Zur Begrüßung gönnten wir uns noch frisch gepressten Orangensaft, kurze Zeit später ging es los zu unserem Spaziergang Richtung Hotel. Zum Glück wurde unser Gepäck mit der Ape angeliefert.
Wir bezogen unsere Zimmer und versuchten erst einmal, unsere überhitzten Köpfe zu kühlen.
Schon am ersten Abend wanderten wir zu einem Fotospot, um den ausbrechenden Vulkan festzuhalten. Doch die Wolken waren dicht, und die Natur zeigte uns, dass sie sich nicht planen lässt.

Mit Stirnlampen machten wir uns nach 22 Uhr auf den Rückweg – müde, aber voller Vorfreude auf das, was noch kommen würde.

Ausblick auf Teil 2:

Da sich unsere Reise „aus Gründen“ um einen Tag verlängert hat und der Blog sonst zu lang geworden wäre, erzähle ich euch im zweiten Teil:

  • ob wir noch Vulkanfotos bekommen haben
  • welche Insel wir zusätzlich besucht haben
  • und warum unsere Reise länger dauerte als geplant

Sobald Teil 2 fertig ist, verlinke ich ihn natürlich hier.

Geplant ist auch, euch noch ein paar Infos zu unseren Unterkünften zu geben.

Kleine Info am Rande:

Diese Reise war schon meine zweite „Pionier-Reise“ mit der lieben Ulla Lohmann. Ich war dabei, als sie ihre allererste Sizilienreise „getestet“ hat.
Schaut gerne auf meinen Blog von dieser auch sehr besonderen Reise, an die ich mich immer wieder sehr gerne erinnere!

Hier der Link: Siziliens Vulkane mit Ulla Lohmann

6 thoughts on “Feuerinseln Part 1

  1. Peter

    Servus Andrea,
    was für tolle Aufnahmen sind Dir da wieder gelungen!!! Die drei Zinnen aus dem Flieger….spektakulär!!!
    Was bin ich froh, in dieser Gruppe zu sein und diese schönen Bilder zu sehen!!
    vielen Dank mach bitte weiter so.
    LG
    Peter

    • Servus Peter, vielen Dank für deinen lieben Kommentar, freut mich von dir zu hören! Und es motiviert mich natürlich, weiter meine Berichte zu schreiben, um möglichst vielen Menschen die Schönheit unserer Erde zu zeigen!
      Liebe Grüße, Andrea

  2. Conny Pfeiffer

    Liebe Andrea, ein wunderbarer erster Teil von unserer Pionierreise. DANKE bin durch Deine
    Wörter einfach nochmal mitgereist
    Und wie Ulla schon schrieb, ja ab in den Flieger und auf den Zodiac von Chez Paulo / Enrico

    • Liebe Conny, freut mich sehr zu lesen, dass dir der erste Teil schon mal gefallen hat! Ja, diese Pionierreise war wirklich ganz besonders! Alle Inseln – wenn zum Teil auch nur ganz kurz – besuchen zu können, mit dem Zodiac auf „hoher See“ unterwegs zu sein – das war einfach ein wunderbares Abenteuer!

  3. Ulla Lohmann

    Wie wunderwunderschön geschrieben und fotografiert! Man hat das Gefühl, man erlebt die Reise nochmal – Ich will sofort wieder zurück!

    • Liebe Ulla, vielen lieben Dank für deine Rückmeldung, das freut mich natürlich ganz besonders, das von einer so bekannten und besonderen Fotojournalistin zu lesen! Ich will da auch unbedingt nochmal hin, es gibt noch so viel zu entdecken! Danke, dass ich bei dieser unglaublichen Reise mit dabei sein konnte – mit deinem Wissen, deiner Hingabe zu den Vulkanen und deiner unglaublich lieben Art machst du solche Reisen immer zu einem besonderen Erlebnis!
      Es ist so schön, dass wir uns kennen!

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