In und um Würzburg auf Motivsuche unterwegs
Was macht man, wenn der Schatz über Pfingsten arbeiten muss? Auf keinen Fall zu Hause sitzen! Also habe Ich mich spontan zu einer kleinen Tour nach Unterfranken entschieden. Ein ruhig gelegenes Hotel am Rand von Kitzingen war schnell gebucht, ein paar Ideen über den „Copilot“ gesammelt – und so konnte es am Freitag, dem 22. Mai losgehen! Über diese „heißen“ Tage berichte ich euch in diesem Blog – viel Spaß beim Mitreisen!
Fotomomente in Natur und Architektur finden
Für mich war klar – ich möchte kleine, mittelalterliche Städte entdecken – und natürlich auch Motiven in der Natur. Schon im Vorfeld hatte ich einige Spots auf meiner Google „Will ich hin“-Karte markiert und mir so eine Route über Bundes- und Landstraßen Richtung Kitzingen zusammengestellt. Was mir dabei alles begegnet ist, seht ihr in den einzelnen Tagesalben. Bevor es Richtung Heimat ging, gab es sogar noch ein paar wundervolle Naturbegegnungen. Aber beginnen wir mit der Anreise.
Anreise nach Kitzingen – Freitag, der 22. Mai
Die Kameras, Zubehör und die üblichen Kabeln hatte ich am Vortag schon eingepackt. Gegen halb 12 ging es los. Kurz nach Augsburg auf die Bundesstraße Richtung Donauwörth, dann weiter über kleinere Straßen.
Ein Stück vor mir tauchten plötzlich markante Türme auf – spannend! Ein Parkplatz war schnell gefunden und schon machte ich einen kurzen Fotospaziergang durch Wemding. Von diesem hübschen Städtchen hatte ich vorher noch nie gehört, dabei ist es etwas Besonderes: Hier wurden die Fuchsien quasi „erfunden“. Ich komme am Geburtshaus ihres Namensgeberst Leonhard von Fuchs vorbei, der Arzt und Botaniker war.
Es ist schon ziemlich heiß, nach knapp einer Stunde fahre ich weiter – schließlich liegt noch ein gutes Stück vor mir. Erst nach 14 Uhr erreiche ich die „Steinernen Rinne“, eigentlich mein erstes geplantes Ziel. Ein kleines Naturschauspiel erwartet mich: nicht spektakulär, aber wunderbar ruhig. Im kühlen Wald ein Stück entlang der Rinne nach oben zu gehen, begleitet vom Plätschern des Wassers, tut richtig gut.
Weiter geht’s zu einer winzigen Ortschaft, in der ich im Internet eine schöne Steinbrücke entdeckt hatte. Das Licht passt, ich mache ein paar Aufnahmen – und fahre weiter.
Da es immer später wird, beschließe ich, die Tour über die kleinen Straßen abzubrechen und das letzte Stück bis Kitzingen über die Autobahn zu fahren. Danach geht es noch einmal gemütlich am Main entlang bis zum Hotel. Gegen halb sieben komme ich im Hotel Cavallestro etwas außerhalb von Kitzingen an und checke ein. Müde von der Fahrt entscheide ich mich, den Abend im Hotelrestaurant ausklingen zu lassen – mit leckeren Tapas und einem Cocktail.
Würzburg zu Fuß erkunden – Samstag, der 23. Mai
Für den ersten Tag meiner Reise hatte ich mir Würzburg vorgenommen. Mit dem Auto sind es knapp dreißig Minuten Fahrt. Da schon früh klar war, dass es ein unglaublich heißer Tag werden würde, steuerte ich die Parkgarage am Hauptbahnhof an. Sie liegt am Rand der Altstadt, trotz der großen Baustelle direkt daneben kann man sie problemlos nutzen.
Dann kann es losgehen!
Ein kleiner Tipp a Rande: Erst zu Hause habe ich entdeckt, dass man mit dem Parkticket sogar kostenfrei in der Innenstadt mit Tram und Bus fahren könnte… So habe ich alles zu Fuß gemacht und bin am Ende auf fast 20.000 Schritte gekommen.
Mein Weg führte mich zuerst zum Juliusspital, wo ich im schattigen Garten eine kleine Runde drehte. Weiter ging es zum Marktplatz, auf dem gerade Markt war – entsprechend viel los. In der Marienkapelle kühlte ich mich kurz ab, bevor ich zum Main hinunterlief. Vom „Alten Kranen“ wollte ich die Aussicht über den Fluss hinüber zur Festung Marienberg genießen. Dort stand plötzlich ein riesiges Polizeiaufgebot – dass an diesem Tag ein Fußballspiel stattfand und die Fans begleitet wurden, hatte ich natürlich nicht auf dem Plan.
Über die alte Mainbrücke ging es weiter. Schon zur Mittagszeit standen dort viele Menschen mit ihrem „Brückenschoppen“ und genossen die Gespräche. Mir wäre es viel zu heiß gewesen… Auf der anderen Mainseite schaute ich kurz in eine kleine Kirche, in der gerade eine Kunstausstellung gezeigt wurde. Und dann beschloss ich, doch zu Fuß zur Festung hinaufzugehen. Der kürzere Weg führt über einige Stufen nach oben und liegt größtenteils im Schatten. Schon bald konnte ich den Blick auf die Stadt genießen, dann ging es durch ein Tor in den inneren Bereich der Festung – und noch ein Stück weiter, bis ich endlich ganz oben war.
Dort stellte ich fest, dass der obere Bereich gesperrt war und alles voller Baugerüste stand. Egal – ich holte mir aus einem Automaten ein kühles Getränk und beobachtete erst einmal die Leute.
Bald ging es wieder hinunter in die belebte Innenstadt, noch kurz zur Residenz und dann zurück zum Auto. Auf dem Heimweg hielt ich noch kurz zum Einkaufen an und machte mir ein kleines Picknick vor dem Gebäude, in dem mein Zimmer lag.
Iphofen und der Schwanberg – Pfingstsonntag, der 24. Mai
Auch heute wurde es wieder sehr heiß. Da ich vom gestrigen Tag noch ziemlich k.o. war, beschloss ich, es etwas ruhiger angehen zu lassen. Ein Ziel in der Nähe war schnell gefunden: Iphofen. Nach knapp fünfzehn Minuten Fahrt erreichte ich die kleine Stadt und ergatterte sogar einen kostenfreien Parkplatz im Schatten. Perfekt für den Start meiner Stadttour.
Besonders gefallen hat mir, dass man Iphofen komplett zu Fuß auf einem Weg außerhalb der Stadtmauer umrunden kann. Die Mauer ist vollständig erhalten, und es gibt mehrere schöne Stadttore und Türme, die ich natürlich fotografiert habe. Ich bin allerdings nicht komplett außen um die Stadt, sondern habe meine Tour über den Marktplatz durch ein paar Gassen gemacht. Ich war froh über jeden Schattenplatz und beschloss schnell, dass ich bei dieser Hitze keinesfalls durch die Weinberge bis zum Schwanberg laufen würde. Also fuhr ich mit dem Auto zum großen Parkplatz oben auf dem „Berg“.
Von dort hat man einen wunderbaren Blick hinunter in die Ebene, und auch der wilde Schlosspark lohnt sich sehr. Nach einer kurzen Pause mit Kuchen und einem kalten Getränk machte ich mich noch einmal auf den Weg Richtung Wald: erst über einen breiten Forstweg bis zum idyllisch gelegenen Birkensee, dann über schmale Pfade oberhalb der Weinberge zurück zum Parkplatz.
Für den späten Nachmittag nahm ich mir vor, noch kurz Kitzingen anzuschauen – wenn ich schon so nah wohne. An einer der Mainbrücken fand ich wieder einen kostenfreien Parkplatz und machte mich auf den Weg in die Stadt. Irgendwie sprangen mich aber kaum Fotomotive an. Der Hunger meldete sich, und ich fand einen Platz in einem asiatischen Restaurant, in dem ich sehr lecker gegessen habe.
Danach ging es zur Mainpromenade, wo ich mir in einer kleinen Bar ein Glas Wein gönnte und den Blick auf den Fluss genoss. Später lief ich noch einmal auf die Brücke und wurde mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.
Die paar Kilometer zurück zum Hotel waren schnell geschafft – knapp zwanzig Minuten. Heute bin ich sogar fast 23.000 Schritte gegangen, und das habe ich am Abend deutlich gemerkt.
Volkach, eine nostalgische Bahnfahrt und der Mittelpunkt der EU – Pfingstmontag, der 25. Mai
Auch dieser Tag wurde wieder ziemlich warm – und ich hatte einen besonderen Plan! Kurz nach zehn Uhr startete ich Richtung Norden und fand am Stadtrand von Volkach einen guten Parkplatz. Zuerst erkundete ich die kleine, sehr nette Altstadt, dann war es soweit: Über die große Mainbrücke ging es zur Startstation der Mainschleifenbahn. Zufällig war ich im Vorfeld auf die Webseite gestoßen – und mir war sofort klar, dass ich dieses liebevoll gepflegte Fundstück unbedingt erleben wollte.
Die Fahrkarte hatte ich bereits im Voraus reserviert. Das wäre gar nicht nötig gewesen, denn es waren nur wenige Gäste vor Ort. Nach einem kurzen Rundgang durch das kleine Museum im Turm ging es kurz nach zwölf Uhr los.
Die wenigen Gäste hatten Im vorderen der beiden Waggons Platz genommen. Gemütlich fuhr der Zug durch die Landschaft, stellenweise mit Blick auf den Main, vorbei an Weinbergen und Feldern. Es gab ein paar Stopps in kleinen Dörfern, und nach knapp 25 Minuten erreichten wir die Endhaltestelle in Seligenstadt. Dort besteht sogar Anschluss an die Regionalbahn – man könnte also problemlos von Würzburg oder Schweinfurt anreisen und direkt zur kleinen Mainschleifenbahn umsteigen.
Nach einem kurzen Aufenthalt ging es auch schon wieder zurück. Unser Zugbegleiter erzählte viele interessante Details über den Verein, die Strecke und die Geschichte der Bahn. Kurz vor halb zwei waren wir wieder in Volkach, und ich machte mich auf den Weg zum Auto.
Nach nur wenigen Minuten Fahrt erreichte ich den Parkplatz des Restaurants Vogelsburg. Von dort oben hat man einen traumhaften Blick auf die Mainschleife. Ich spazierte ein Stück durch die Weinberge zu einem Aussichtspunkt – viel zu heiß, viel zu wenig Schatten –, bevor ich mich im Biergarten mit Apfelschorle und Käsekuchen erholte.
Weiter ging es zu einer kleinen Kapelle, die ich auf der Landkarte entdeckt hatte. Ein Parkplatz im Schatten, ein kurzer Spaziergang, und schon öffnete sich die nächste schöne Aussicht. Die Stille dort oben war wunderbar – aber ein Ziel hatte ich noch für heute.
Der letzte Stopp war der „Mittelpunkt der EU“. Bei einer Gärtnerei kann man parken, dann führt ein breiter Forstweg ein Stück zu Fuß zu diesem unscheinbaren Ort. Dort gibt es eine Picknickmöglichkeit, drei Fahnen wehen im Wind, und Infotafeln erklären, warum der EU‑Mittelpunkt wandert – je nachdem, welche Staaten dazugehören. Seit 2020 liegt dieser Punkt ein Stück nördlich von Würzburg.
Über schmale Straßen ging es schließlich zurück zum Hotel. Nach einer erfrischenden Dusche gönnte ich mir einen sehr leckeren Burger und ein Glas Wein im Biergarten. Ein perfekter Abschluss für diesen ereignisreichen Tag.
Vogelbeobachtung und ab nach Hause – Dienstag, der 26. Mai
Heute hieß es: Taschen packen und zurück in die Heimat. Da ich mir den Tag aber noch frei einteilen konnte, hatte ich mir gestern spontan einen zusätzlichen Fotostopp ausgesucht – schließlich will das große Tele ja nicht umsonst mitreisen!
Der Weg führte mich etwa eine halbe Stunde nördlich meines Hotels in ein Vogelschutzgebiet. Dort ergatterte ich den letzten freien Parkplatz. Kurz die Frontscheibe mit dem bewährten Sonnenschutz abgedeckt, Getränk und die Fuji H2S eingepackt – und schon konnte es losgehen.
Kaum war ich gestartet, begegnete mir ein Fotograf mit beeindruckender Telebrennweite. Ich fragte ihn direkt, in welcher Richtung sich die Vogelbeobachtung lohnen würde. Nur ein paar hundert Meter vom Parkplatz entfernt gibt es einen Aussichtsturm – also machte ich mich dorthin auf den Weg.
Zum Glück gab es dort oben genügend Platz und vor allem Schatten! Drei weitere Fotografen waren bereits vor Ort. Mit Peter unterhielt ich mich sehr angeregt über das Leben an den Seen, über Beobachtungsmöglichkeiten und darüber, was hier alles kreucht und fleucht. Was mir in dieser kurzen Zeit alles vor die Linse gekommen ist, möchte ich euch im Album zeigen.
Mein absolutes Highlight war der Purpurreiher – von dem ich vorher noch nie gehört hatte! Leider hatte die Kamera trotz Vogelerkennung so ihre Probleme mit der „Verfolgung“ meines Zielobjektes. Zuerst dachte ich mir: egal, ist ja „nur“ ein Reiher. Aber als ich zu Hause die Fotos genauer ansah, blieb mir kurz der Atem weg: so ein besonderer Vogel – und ich habe nur unscharfe Bilder? Zum Glück waren dann doch ein paar brauchbare Aufnahmen dabei. Besser als gar nichts, sage ich mir.
Auch die Kiebitze haben mich begeistert! Bei uns zu Hause sieht man sie hin und wieder auf einem Feld, aber selten fotogen. Hier flog ein Pärchen immer wieder auf und ab, und ich konnte einige schöne Momente festhalten.
Nur schwer konnte ich mich von diesem wunderbaren Ort lösen. Aber da ich noch den kompletten Heimweg vor mir hatte, packte ich schließlich zusammen. Ein Stück ging es noch über kleine Landstraßen, dann war ich auch schon auf der Autobahn – und kam zum Glück ohne Stau wieder gut zu Hause an.
Fazit
Es lohnt sich immer wieder, in Deutschland auf Motivsuche zu gehen – vor allem, wenn man sich wie ich die Zeit nehmen kann (bzw. einfach mal nimmt), und auch mal spontan einen ungeplanten Zwischenstopp einlegen kann. Genau diese kleinen Abzweigungen machen eine Fototour oft besonders.
Diese Reise hat mir erneut gezeigt, wie wichtig mir die Natur mit ihrem frischen Grün ist. Bei über 30 Grad wird einem auch bewusst, wie wertvoll Schattenplätze sind – und wie gut es tut, wenn man genügend Wasser dabei hat.
Gefreut hat mich auch, dass man an den Rändern vieler Altstädte und an einigen anderen Stellen kostenfrei parken kann. Wenn man aus der Nähe von München kommt, ist man da ganz anderes gewohnt…
Ich hoffe, dass ich auch zukünftig immer mal wieder kleine Touren in meinen Alltag einbauen kann, um noch mehr schöne Kleinode zu entdecken. Schreibt mir gerne in die Kommentare, wenn ihr besondere Ecken kennt, die ich mal besuchen soll!
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Mein Hotel am Rande eines Waldes
Als ich mich auf die Suche nach einem Hotel für die Reise machte, fand ich ein schönes Hotel etwas abseits von Kitzingen. Der Vorteil: Sehr ruhig gelegen und mit kostenlosen Parkplätzen. Zusätzlich zwei Restaurants, somit musste ich abends nicht unbedingt zum Essen wegfahren.
Wenn ihr mehr Infos haben wollt, schreibt mir einfache eine Mail und schaut gerne auf der Webseite vom Hotel vorbei:


